2017-08-21


Garn. Strawberry Fields. Forever.

Eine Kultursendung im Fernsehen. Film über die Beatles wird vorgestellt. Das Übliche: Star Club, Kreisch-Ager, Schnurrbärte, Gurus. Des Weiteren: Die Klickstrecke einer Onlinezeitung. Fotos von Konsumprodukten. Aufgeladen mit Gedanken an einen mystischen Vater/Onkel/Eisverkäufer, den jeder irgendwie kennt. Abbildungen einer Vergangenheit, die allein dem Westen Deutschlands zu gehören scheinen. Der Osten findet praktisch nicht mehr statt. Dafür gibt es heute Nordkorea.

Ein nicht erwidertes Lächeln ist wie das Schaben einer Klinge an den Maschen des sozialen Netzes.

(…dachte ich noch so bei mir, heute, in der Stadtbibliothek, nachdem ich beinahe Amélie Poulain am Eingang der Comic-Abteilung über den Haufen rannte. Ich versprach ihr, darüber zu schweigen, und sie tat es mir gleich, doch wussten wir beide schon dort, auf der steinernen Wendeltreppe, dass wir das nicht schaffen würden. So gab ich ihr ein Zuckerpäckchen und sie mir einen Kuss. Draußen bellte ein Hund, den keiner von uns beiden kannte, während sein Herrchen im selben Moment, achttausend Kilometer entfernt in einem U-Boot sitzend, entdeckte, dass die alten Ägypter Fischstäbchen aus Palmenblättern aßen.)

Aber das ist eine andere Geschichte.

Zu viel Grüntee. Die Gedanken rasen. Zwei Stunden nach Mitternacht. Die letzten Schritte verhallen, die ersten Sterne verglimmen unterm Horizont. Werktätige Leidenschaften kühlen ab, selbst die Dunkelheit schläft. Wissenschaft, Religion, Erzählungen - die drei Prinzipien der menschlichen Moral. Male Dreiecke ins Universum, ein Prinzip in jedem Winkel. Drehe und wende, stelle es zu einer Gleichung um, schwinge mich zum Richter auf, der im Namen des Kommutativgesetzes urteilt: Alles hängt mit allem zusammen. Kannste halten wie ein Dachdecker. Am Ende wird wieder gefickt. Libralop Hulot in the sky of Orange-Ingwer.