2018-01-02


Auftakt. Aufschneiden. Aufräumen.

Etwas ist geschehen. Die Tage vor dem Jahreswechsel waren gekennzeichnet von tiefem Verdruss. Nun ist es anders. Nicht dass ich viel zu jubeln hätte. Aber seit ich beginne, nichts mehr zu erwarten, bin ich auch nicht ständig enttäuscht. Gemeinsinn? Umsicht? Wille zur Gerechtigkeit? Es bei anderen einfach so vorauszusetzen, muss unweigerlich zu Frustration führen. Keine Ahnung ob die das alles wirklich besitzen. Falls ja, verstecken sie es verdammt gut.

Verwechseln sieht das aber bitte nicht mit Nihilismus. Das ist nur die Einsicht eines Mannes in die Unvollkommenheit seiner Umwelt -- und damit letztlich in seine eigene.

Das Kind, das mit den Trinkern an der Ecke stand, bin ich. Lange Abende voller Beobachtungen und Geschichten. Ich brauche kein Mitleid, Baby. Mir gehört die Erkenntnis: Es gibt zwei Typen von Menschen. Die Schnellen und die Sterbenden. Irgendwann werden die Schnellen eben langsam. Dann geht alles wie von selbst. Niemand ist wirklich einzigartig, alles und jeder waren schon da: Die Frau, die ihren Mann betrügt und ihm zur Vertuschung solch absurde Geschichten auftischt, dass es ihm eigentlich eine Lust sein müsste, die Alte in den Wind zu schießen. Der Mann, der genau das nicht tut, weil er Angst vorm Alleinsein hat. Das Mädchen, das sich nicht entscheiden will. Der Junge, der vom sich-entscheiden-Müssen noch nichts weiß. Der Arbeiter. Die Arbeitslose. Der Boss. Die Polizistin. Alles gleich. Nichts neu. Aufschneiderei? Möglich. Aber unbezahlbar.

Beat Street, offical

Habe Sehnsucht nach etwas
Schnee, der die Stadt zudeckt
Stille, alles überdröhnend
Damit ihr fahles Grau
Ihr feistes Plappern entschlossen
zu einem Irgendwiedunkelgeheimnis krönt.

Der die Langeweile verpackt
bis zum nächsten Tauwetter
gutmütig in ein schallgedämpftes
»Ach komm, lass,
reden wir nicht drüber«
und in die Ecke stellt.