A walk in the Park

Tag Eins

London. Fragen Sie mich nicht wie, aber wir haben es hierher geschafft. Ein gigantischer Mechanismus aus Bits, Bytes und PS wuchtete uns über den Ärmelkanal. Perfekt aufeinander abgestimmt, alles reibungslos, alles freundlich, darf es noch ein Getränk sein?

Anweisungen überall: Look right. Look left. Look both sides. Fall nicht zwischen Zug und Bahnsteig. Radfahren verboten. Mache langsam, Meiner. Keine Fotos! Familien bleibt zusammen! CCTV is watching you. Angekettete Fahrräder werden entfernt. In dieser Stadt stören die Menschen nur und das wissen sie. Sie haben sich damit abgefunden und dürfen zum Dank zwischen all den bunt blinkenden Fassaden lustwandeln.

Unser Hotelchen ist derart traditional, dass man befürchtet, im Treppenhaus auf Basil Fawlty oder wenigstens Miss Marple zu treffen. Mind the step.

Kleiner Abendspaziergang durch den Hyde-Park. Auf dem Rückweg mühen sich die Gaslichter vergebens, uns die Furcht vor Jack the Ripper zu nehmen, den wir sekündlich hinter jedem Baum erwarten. In der Ferne des Stadtzentrums zieht immer wieder das Geheul einer Sirene auf. Blaues Blitzen. Küssende Menschen an künstlichen Teichen.

Die Pubs füllen sich. Vorm Harrods steht ein vergoldeter Jeep. Ein Obdachloser tanzt besoffen auf der Straße herum und stoppt Autos. Dann kommt die Polizei und stoppt ihn. Junge Frauen verhüllen sich zur Freude des Propheten, tragen aber ansonsten die Insignien des sich selbst verbrennenden Luxus als Kleidung, Schuh, Make-up und Einkaufstasche.

Was für ein Menschenzoo.
Und wir mittendrin.
Ich liebe es.

Etwas zu sagen? Her damit!