2018-10-28


Scherbengerichte und andere Leibspeisen

Jetzt sitzt die AfD in jedem deutschen Landtag. Die C-Parteien haben die Frage nach dem Was nun gestellt bekommen und versuchten sich in rechtem Mimikri statt der Suche nach neuen Ideen oder gar Antworten.

Die SPD geht unter, zielstrebig und unterhaltsam, in ihrer seltsamen Mischung aus Pragmatismusunfähigkeit, Ideenverlust und dem üblichen Postengeschacher, das wirklich fast vorbildlich darum bemüht ist, die absolut ungeeignetsten Leute an ihre Spitzen zu spülen.

Ihren Platz nehmen die Grünen ein, noch immer vom Bild der ökologischen Alternative zehrend, ohne jedoch deutlich machen zu können, wie sie eigentlich als gesamtdeutsche Partei agieren sollen. Ost und West? Stadt und Land? Deutsche und Zuwanderer? Arbeit und Naturschutz? Wo hört die Ideologiehörigkeit der Basis auf, wo beginnt die tagespolitische Kärrnerarbeit?

Linke und FDP wiederum sitzen in ihrem jeweils eigenen Bällebad und niemand nähme auch nur ein Fitzelchen Notiz von ihnen, würden sie nicht ab und zu laute Geräusche und seltsame Gesichter beim Versuch machen, ihre eckigen Ideenpflöcke in die runden Löcher der Talkshows zu hämmern.

Und so halten sie weiterhin regelmäßig ihre Rituale ab. Ist das die beste Staatsform aller Zeiten? Ich denke schon. Denn sie zeigt, dass es keine einfachen Antworten auf die Fragen unserer Epoche gibt, alles immer wieder zäh herbei verhandelt werden muss und wirklich jeder dabei mitschwatzen kann.

Unfassbar, was uns fehlen würde, wäre das nicht mehr da. Freiheit herrscht nicht. Sie macht uns nur Angebote, die wir nicht ablehnen sollten.

Tue Gutes und meißle es ein – Tafel aus Koblenz, Museum auf der Festung Ehrenbreitenstein

Bessere Zeiten brauchen bessere Zeilen.

Wasserstandsmeldung Garten nach dem Dürresommer 2018

Wieder gesehen: "Gladiator" und "Bridge of Spies". Der Römerkämpfer hat Spaß gemacht, war aber im Vergleich zum Kinobesuch deutlich langatmiger – Wahrscheinlich lauft da bei Netflix irgend eine Special Edition, nur um den Segen eines guten Filmschnitts auszusprechen.

Hingegen der Unterhändler beim zweiten Sehen noch einmal sehr viel spannender war! Leider werden die Deutschen in Hollywood immer noch ziemlich schamhaft, dämlich und brutal knallchargenhaft gespielt, so dass man am Ende der Filme auch gerne Mal einen Antrag auf Ausbürgerung stellen will. Aber was soll's – wenn Tom Hanks auf seine ganz eigenen hankische Art in die Szene tommt, dürfte er mich auch zu der Zeile »IHRE PAPIERE BITTE, DAS IST EIN ÜBERFALL!!!« benutzen.

https://libralop.de/tagebuch/a2018-10-28