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Das zu lieben, was größer ist als ich, als wir alle, weil es zwischen mir, zwischen uns, aus mir und uns entsteht und sich auch nur dort zeigen kann. Das wär's.

Weg von dieser gipfellosen Wut über Bodenloses. Raus aus dem Schützengraben, der ja immer nur ein Schützengrab ist. Am Gewehr sitzend, zielend, lauernd bist du da von Beginn an schon tot. Ohne es zu merken. Das macht dich ja zu einem so guten Soldaten. Material aus Mensch. Als hätte es all die warmen Tage, kalten Drinks, heißen Lieben, kleinen Gelächter, große Trauern, noch größere Besinnung nie gegeben. Reagiere niedrig, damit deine Größe schrumpft.

Da kannst du noch so sehr Schuss um Schuss gegen die bittere Wahrheit abfeuern oder wen oder was du für deinen Feind hältst. Bist da eben in etwas hinein geraten, dessen erster Preis das Vergessen des Schönen, des Wahren, des Guten ist. Nur dass du den nicht gewinnst, sondern zahlst. Seelengeld. Knochenpfennig. Stimmt so. Immer.

Aber stell dir mal vor, es wäre Hass und keiner geht hin. Wir lassen ihn durch unsere Städte gehen, einfach so, zwar uneingeladen, aber doch unbehelligt, unbetrachtet, ungefürchtet. Seine Hunde bellen nur den Mond an, denn niemand zeigt sich, alle sind mit nichts oder besserem beschäftigt. Dem Mond macht es nichts aus, der kann das ab. Und wenn das Kläffen vergangen ist – das tut es immer – öffnen wir unsere Fenster und nennen Nacht was sonst Finsternis hieße, schauen hoch zum Mond und fragen

War was?


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– 3. Januar 2021 –


Sag was. Oder lass es.