An alle 14-Jährigen


…und nicht nur jene, die ich 2010 nach einer Poetik-Vorlesung von Harry Rowohlt traf…

… inklusive einem Liter Guinnes, 235 Kartoffelspalten, einem Schälchen Sour Dip (Abschweifung: Das nächste kostete tatsächlich extra!), einem Scotch (Abschweifung: 10 Jahre), einem geklauten Whiskey-Glas (Abschweifung: Nicht von mir!), 400 Metern frischer Luft und zwei Cheeseburgern im Obergeschoss des McDonalds:

Wenn ihr tatsächlich glaubt, dass es Noten sind, die über eure Zukunft entscheiden, solltet ihr jetzt mit der Überlegung beginnen, was das für eine Zukunft sein soll.

Punkt.

Dient Satan. Meinetwegen.
Euren Hormonen. Von mir aus.
Einem Fußballverein. Auch nicht schlecht.
Dem Moment. Das ist das Beste.
Euch. Oder das.

Aber um Himmels Willen nicht: Dem Markt. Niemals.

Der bringt euch nicht bei, wie ihr mit euren Söhnen am Vormittag die Hausordnung erledigt.

Den Nachmittag bei der Schwiegermutter verbringt (Abschweifung: Um stundenlang mit euren Töchtern Tipp-Kick zu spielen und so dem larifariesken Palaver der eindimensional gehäkelten Verwandschaft zu entgehen).

Am Abend mit euren besten Freunden und dem Bildungsbürgertum einer Provinzstadt einem eitlen, älteren Herren von seiner Arbeit erzählen zu hören, und, nach einem Liter Guiness, 235 Kartoffelspalten, zwei Schälchen Sour Dip, einem Scotch Whiskey, einem geklauten Glas und zwei Cheesburgern, zu vergessen, was man eigentlich sagen wollte.

Ach ja: Glück.
So sieht es aus.

Vergesse ich selbst zu oft.
Zum Glück.

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