Die Drei Ausrufezeichen

Haltet den Dieb!

Mario Sixtus (TV), Sibel Schick (taz), Margarete Stokowski (Spiegel): drei von mittlerweile fast unzähligen publizistischen One-Trick-Ponies, die man sich gern zur Imprägnierung der eigenen Meinungsmonokultur einlädt und dabei übersieht, wie sie den Missstand, denen sie zu bekämpfen vorgeben, hintenrum maßgeblich selbst anheizen.

Der eine fordert seine Follower auf, sich von Freunden trennen, die für Springer arbeiten. Die nächste bettelt auf Patreon um Spenden, weil sie – hach so benachteiligt – nun endlich mal studieren will und fährt dann von der Kohle in den Urlaub. Die letzte schießt auf der Suche nach dem ultimativen Schwarz-Weiß-Schema für einfach alles auf jeden, der das Pech hat, nicht mindestens vier Minderheiten-Status für sich reklamieren zu können.

Jeder der Genannten verdient damit seinen Lebensunterhalt, sei es finanziell oder sozial. Scheiben einschmeißende Glasern gleich sorgen sie stets für Nachschub. Das Klirren in den Echokammern der sich gegenseitig Unfehlbarkeit Versichernden ist ohrenbetäubend. Denn wer hinter den Dreien steht, muss nicht in deren Flintenläufe schauen.

Es sind nicht die Dümmsten, die auf diese Komödianten reinfallen – Sie spielen einfach nur nicht in den Schmuddelecken des Netzes, in denen ich mich rumtreibe. Dort erlebt man nämlich diese wiedergeborenen Ghandis, Rosa Parks, Simone de Beauvoirs bei der Erzeugung von Schmutz, in dem sie sich mit jenen Trollen proaktiv anlegen, die sie zu bekämpfen vorgeben.

Am Ende des Tages kommt dann ein halbinformierter, dafür aber voll betroffen wirkender Journalistenkollege um die Ecke, zwirbelt ein Statement zusammen und hält das Narrativ am Leben, dass die Vorzeigeaktivisten unverschuldet in Not gerieten, einzig weil sie sich für das Gute™ einsetzen.

Diese Bärendienstleister vernichten durch ihr dauerndes Getrommel selbst die edelsten Anliegen. Egos lösen Inhalte nicht nur von Debatten ab, sondern ersetzen sie voll. Traurigstes Markenkern-Denken. Fehler machen nur die anderen. Demut ist Schwäche. Es lebe die deutsche social Inquisition!

Wie mich das alles ankotzt. Was die Personen tun, ist der Grund für diesen Text, nicht das, was sie sind.

(Artikelbild von David Clode/Unsplash)

Kommentare

klagefall
24.11.2019 · 17:45 Uhr

Libralop
25.11.2019 · 09:10 Uhr

Andreas
29.11.2019 · 13:21 Uhr

Libralop
29.11.2019 · 16:05 Uhr

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Social Media Reaktionen

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Kiki
Kiki

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