Eigenes Zeitalter


Von heute nach heute und da bleiben.

Lange Radtouren. Renaturierte Bergbaulandschaften. Der Konflikt zwischen Natur und menschlicher Eroberung. Steht man am Ufer, könne man leise noch die Kirchturmglocken der aus der Welt gebaggerten Ortschaften hören, so die Legenden. Alles nur noch schwarze Punkte auf altem Kartenmaterial. Daran trägt ausnahmsweise nicht der Westen Schuld. Jahrzehntelang füllte man die Löcher mit Wasser und bot der Natur eine zweite Chance.

Niemand ist hier, als wir ins Wasser steigen. Millimeter unter der ersten Sandschicht wirbelt kohleschwarzer Staub auf. Erdgeschichtliche Überreste, an die sich selbst im Stillen niemand mehr erinnert. Ein Land ging unter, ein neues wurde darüber gedeckt. Doch weder das Eine noch das Andere ist nun hier. Es ist endlich eine eigene Zeit, die kein Gestern braucht und auf das Morgen nicht angwiesen ist. Es ist ein reines Jetzt. Und wir sind hier. Du bist wie immer als erste im Wasser und Du versuchst mit einem Stein ans andere Ufer zu werden. Irgendwo lacht eine Möwe. Lass es nicht aufhören. Bitte.

An dieses Leben kann ich mich gewöhnen.

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