Individualistischer Zettelkasten

tl;dr: Menschen sind verschieden. Wissenssysteme auch. Nicht alle passen zusammen.

Es gibt so viele Prozesse des Merkens, Denkens, Handelns wie es Leute gibt. Auf der Suche nach dem Zettelkasten-HowTo ist mir klar geworden, dass es die Methode nicht gibt. Was für den einen funktioniert, passt für den anderen überhaupt nicht.

Wie sieht zum Beispiel ein ordentlich strukturierter Zettel aus? Im Luhmannschen System gibt es strenge Vorgaben, bspw. die Verwendung eineindeutiger Bezeichnungen der Zettel in einer bestimmten Struktur. Plus die Forderung nach Folgezetteln oder intensive Querverweis-Strukturen. Für L. hat es funktioniert. Aber für mich?

Spannend auch die Diskussionen in den Foren. Einer berichtet, dass er Andy Matuschaks Zettelkasten liebe, er darin gerne stöbere. Seinen eigenen habe er aber anders gestaltet. Es gibt eben einen Unterschied zwischen seinem eigenen und dem Zettelkasten eines fremden Geistes. Aber er macht eine faszinierende Wanderung durch dessen Gedanken möglich.

Sicher, man kann bestimmte Arten zu Denken lernen. Mnemotechniken und Prozessmanagement-Modelle gibt es wie Sand am Meer. Aber sobald es an die individuelle Technik geht, sind die Unterschiede so groß, dass die Übernahme fremder Musters nur noch anstrengend ist. Das raubt dem Denken die Niedrigschwelligkeit. Es wird zu unnötig anstrengender Arbeit.

Das kann nicht funktionieren.


  • 1
  • Kommentare unter dem Posting0
  • Webmentions0

– 28. April 2021 –


Sag was. Oder lass es.