Schön

Glaube. Liebe. Schuld.

Es sei schön, sagte die junge Kollegin, dass man zu mir kommen, um meine Hilfe bitten und damit auch etwas anfangen könne. Es sei eine wunderbare Arbeit, die ich da hätte. Die Leute müssten scharenweise überglücklich mein Bureau verlassen. Ich lasse sie in diesem Glauben. Nützt ja niemandem, wenn wir beide unglücklich sind. Ohne Anker auf See gestoßen, derweil die Kapitäne im Hafen bleiben, weil sie lange schon vergessen haben, was Wasser eigentlich ist.

Allen steht die Furcht ins Gesicht gehagelt: Nur keinen Fehler machen! Das Leben ist kurz, die Gründe nach Teilzeitbefristungsgesetz Paragraph 14 sind kürzer! Austauschbare Kollegen können keine Probleme lösen, nur Schuld und noch mehr Schuld, im Grunde alle Schuld auf sich laden. Deine Zeit ist mir nicht egal, zischelt es aus jeder Ritze, vertrau mir, wirklich nicht. Schließlich brauche ich sie als Quotienten, denn Leistung = Arbeit durch Zeit.

Ich bin müde. Sehr sogar. Das alles schafft mich. Wachstum will keine Menschen, Glück oder gar Kultur, außer man kann es eintüten, zu Geld machen, allein besitzen, vorenthalten, als Druckmittel verwenden. Es braucht Opfer zum Verbrennen, seine Öfen dürfen nicht erkalten. Burnin' Burn Out. Enteignete Seelen, ja, das sind wir. Uns selbst entrissen. Die Leere gefüllt mit etwas, das sie Freiheit nennen, jeder aber als parfümierte Hundescheiße erkennt.

Menschen, die fast vor Glück weinen, nur weil man ihnen zuhört. Wie sind wir dahin gekommen? »Ich liebe euch doch alle!« – Die Wörter und Münder wurden nur ausgetauscht. Die Lüge blieb.

Etwas zu sagen? Her damit!

Social Media Reaktionen

2 Erwiderungen (Response)

Libralop? Hulot!
Libralop? Hulot!

Für alle, die das Furchtlos gezogen haben. Kann ja so nicht mehr weiter gehen! …weiter lesen »

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