The man who sold the world


I spoke into his eyes – I thought you died alone – A long long time ago

Deutschland hat nach 12 Jahren gefühlt berechtigter Dominanz wieder einmal die Weltherrschaft abgeben müssen. Nicht dass es diese Leute unvorbereitet träfe oder es gar ungewohnt wäre. Aber wenn sich in der Niederlage der wahre Charakter eines Menschen zeigt, besteht dieser im Fall mancher Fans und Experten wohl aus Zwiebackstaub, der mit Verbitterung gesintert wurde und nur deshalb so lange zusammenhielt, weil man sich german ängstlich nie in den Regen getraut hat.

Die Mannschaft ist bei der WM ausgeschieden und die teutonischen Besserwisser und empathischen Minderleister wittern endlich wieder ihre Chance, das Lieblingsthema aller Seelenkrüppel zu platzieren: Schuld. Als ob es etwas brächte, darüber zu barmen. Löste sich dadurch je ein Problem? Ich kann mich nicht erinnern. Woran ich mich aber sehr gut entsinnen kann ist, dass Fussballer auch bloß Menschen sind.

Behandeln wir sie also einfach mal so. Und sei es nur als Zeichen, dass die Periode zwischen Sommermärchen und Kasan etwas anderes bedeutet, als zwischen Reichstag '33 und Reichskanzleibunker '45. Und wir das auch wissen.

https://libralop.de/tagebuch/the-man-who-sold-the-world

2 Kommentare

Stefan 03.07.2018 ~ 16:37 Uhr.

Überhaupt kam mir in diesem Jahr alles merkwürdig unbewegt vor, wenig Fähnchen, wenig Beteiligung. Ich bin ohnehin noch nie so richtig mit der Nationalmannschaft warm geworden. Letztlich hängt Fußball auch an Kleinigkeiten, es fehlte der typische deutsche Dusel und so gingen die Bälle ans Gebälk und nicht ins Tor. Sonst sähe es anders aus.

(passend uninspirierter Kommentar)

Libralop 04.07.2018 ~ 10:45 Uhr.

Die tiefe Verstörung jener, die Angst vor Identitätsverlust hatten, war greifbar. Letztens erlebte ich im Zeitungsladen, nach dem Ausscheiden "Der Mannschaft", eine erregte Diskussion zwischen Verkäuferin und Kunden. Man war sich einig, dass eine direkte Korrelation zwischen der Inbrunst bezüglich des Absingens der Hymne und der Leistungsbereitschaft und/oder -fähigkeit besteht.

Kurz: Der Türke ist und war "unser" Untergang.

Gut, dass das mal geklärt wurde.