Trier

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Trier: Römer. Dom. Karl Marx. Machen eine Rundfahrt auf der Mosel. Besoffene Endzwanziger, entweder mit wachsender Stirn oder fruchtigen Orangenhautkratern. Nach dem dritten Glas Weißwein mit Eiswürfeln fliegen selbige übers Deck. Die Bedienungen stürzen beinahe darüber und die Treppe hinab. 2018, aber als fin de siecle.

Die Stadt selbst ist eine Enttäuschung. Lieblos klammern sich beliebige Architekturen aneinander und hoffen, dass sie historisch und sehenswert werden, bevor jemand merkt, dass der Krieg dicke Schneisen durch die Innenstadt gezogen hat. An der Porta Nigra steht das Familienhaus des Karl Marx. Im Erdgeschoss residiert ein »Euroshop«. Der Kapitalismus liegt hier mit einer Münze vorn, Toto.

Tags: Bilder Reisen

3 Kommentare

klagefall 23.10.2018 ~ 17:18 Uhr.

Der Ein-Euro-Laden ist wirklich eine gemeine Rache, fast möchte man glauben, den betreibe undercover der Verein deutscher Banken oder so.

Ich assoziiere mit Trier leider nur den Weinversteigerungsfall.

klagefall 24.10.2018 ~ 09:22 Uhr.

Leider ein ausgedachter Fall, mit dem seit 100 Jahren Studenten gequält werden: A winkt bei einer Weinversteigerung einem Freund zu, der Auktionator wertet dieses Verhalten als ein Gebot und erteilt A bei der laufenden Auktion den Zuschlag. Muss A bezahlen?

Man kann sich die Begeisterung vorstellen, als der Bundesgerichtshof 1984 diese tolle Rechtsfrage endlich anlässlich eines richtigen Falls klären durfte (BGHZ 91, 324).