Zwei


Far over the misty mountains cold. To find a long forgotten gold.

Ich bin nur ein Hulot von geringem Verstand. Aber das geht in Ordnung so. Ich kenne keine Autoren, kann kein Wort über das schreiben, was mich an Musik begeistert, finde Dinge einfach nur schön oder erst nach langem Suchen und vertrete keine sozialen, politischen, ästhetischen oder andere waghalsige Theorien. Sei kein Arsch. Übersichtlich. Handlich. Meins. Und ich lüge. Ehrlich. Widerfahrenes Unglück und schlechte Dinge vergesse ich glücklicherweise in Rekordzeit. Gute leider auch.

Was Ihr Kunst nennt, sind mir gleichsam Irrlichter, Bethlehems Stern und Wetterleuchten. Wie ein kleiner Junge stehe ich dann vor all dem Flimmern und Tschingderassabum, staunend, höre das Umblättern der Seiten Eurer Lieblingsbücher, betrachte mich in den spiegelnden Scheiben der Museen, die wir gemeinsam Durchschreiten. Aber auch das Klagen über das, was Euch als ungerecht gilt und Jubilieren über die kleinen und großen Siege. Jene Wut über den scheinbar unschlagbaren Gegner. Dieses nicht mehr anders Können vor Glück. Und die Leere des nicht gehaltenen Versprechens.

Party on!
Party on!

Manchmal denke ich so bei mir, es wäre schön, Fünkchen zu sein. Eines, das diese Welt wärmt, ihr Licht gibt, in Flammen setzt, reinigt, zu Asche werden lässt damit Neues entsteht. Ich träume davon, dass das alles hier eine Bedeutung hat. Vielleicht nicht Generationen übergreifend oder gar unendlich lang. Das sei den Großschriftstellern und dem Markt überlassen. Sondern etwas Kleines. Ein unerwartetes Lächeln unter Verschwörern. Die tröstend auf den Kopf gelegte Hand eines geliebten Menschen. Der Gedanke, dass nach jeder Finsternis das Licht erwacht, erwachen muss, erwachen will. Ein wissendes Zwinkern. Gegen den zerstörerischen Wahnsinn einer kaputten Welt.

Deshalb gibt es dieses Blog hier. Heute seit genau zwei Jahren. Schön, dass Ihr da seid. Nehmt Euch was zu trinken und Platz. Bringt Freunde mit und tanzt! Hier gibt es Raum für uns alle. Als sähe niemand zu.

Ich bin nur ein Hulot von geringem Verstand.
Aber das geht in Ordnung so.

https://libralop.de/tagebuch/zwei
Tags: Blog Bilder

2 Kommentare

casino 07.01.2019 ~ 21:01 Uhr.

sie sind jedenfalls vom ersten entdeckten text an jedesmal vollkommen überraschend, ich lese dann und denke "ach? nein! sowas! und nu?" und nachher kann ich ein bisschen lächeln oder denken oder rätseln, aber meistens ist etwas bei mir danach anders als vorher.

Libralop 08.01.2019 ~ 21:55 Uhr.

Liebsten Dank, Frau Casino! Ich denke, ich nehme diesen so wunderbar zugewandten Kommentar als Motto für das kommende Jahr. Denn nach dem Lesen war bei mir etwas anders als vorher. Und ja: Ich mag das. Sehr. Danke.

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